Möchstest du gerne zufrieden sein?

Hast du es satt ständig darüber nachzudenken, was alles besser sein könnte?

Wärst du gerne jetzt glücklich und möchtest aufhören, das Glück in die Zukunft zu verschieben?

Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel verrate ich dir meine besten praxis-erprobten Zufrieden-Sein-Tipps.

Zufriedenheit ist das Gefühl innerer Ausgeglichenheit und eine wichtige Grundlage für ein gutes Leben. Zufriedenheit macht die guten Zeiten noch besser und die schlechten Zeiten etwas weniger schlimm und kürzer. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten die eigene Zufriedenheit zu erhöhen und das Zufrieden sein zu lernen.

Versuche jeweils nur einen der Tipps auszuprobieren, sonst wird es schnell zu viel und bewirkt eher noch mehr Unzufriedenheit. Gehe offen und ohne Vorurteile an die Tipps heran. Bist du davon überzeugt, dass es nicht funktionieren wird, dann wird es das höchstwahrscheinlich auch nicht. Klar können nicht alle Tipps bei jedem etwas bewirken. Gib ihnen trotzdem eine faire Chance und mach dich erst dann an den nächsten Tipp.

Die Übungen dazu findest du im Ebook “9 Übungen für mehr Zufriedenheit”.

 

Zufrieden sein Tipp 1 – Dinge im Verhältnis betrachten

Kennst du das, wenn du durch Facebook scrollst und alle anderen ein super tolles Leben zu haben scheinen; Strandfotos aus der Karibik, super-verliebt Selvies mit dem neuen Partner, glückliche Familienfotos mit den süssen Kindern, Fotos vom glänzenden neuen Auto oder dem durchtrainierten Körper in viel zu knapper Bekleidung. Es fühlt sich an, als wären alle anderen fit, glücklich, reich und im Urlaub.

Dann wunderst du dich, warum du selbst es zu nichts geschafft hast. Du bemerkst nicht, wie verzerrt dein Bild von den anderen im Vergleich zu deinem Leben ist. Bei den anderen siehst du nur das Beste, du weisst nichts über ihre Sorgen und Probleme. Bei dir selbst hingegen fokussierst du dich viel stärker auf das Schlechte, als aufs Gute.

Dazu gibt es eine kurze Geschichte aus Indien, die ich dir erzählen möchte: Ein Baum offeriert den klagenden Dorfbewohnern, dass sie bei ihm ihre Probleme loswerden könnten. Sie brauchen nur ihr Problem an einen Ast zu hängen und schon ist das Problem weg. Dafür müssen sie das Problem von jemand anderem mitnehmen. Die Dorfbewohner sind begeistert und hängen fleissig Probleme an die Äste. Zuhause öffnen sie die Probleme der anderen, die sie mitgenommen haben. Die Probleme sind aber noch viel schlimmer und überfordern die Menschen. Sie haben keine Ahnung, wie sie mit diesen Problemen umgehen sollen, weil sie nicht darauf vorbereitet sind. So eilen alle Dorfbewohner zurück zum Baum und holen sich ihre eigenen Probleme wieder ab.

Genau so verhält es sich auch in der Realität. Wir glauben die Probleme der anderen seien viel kleiner als die eigenen. Doch so ist es nicht. Vielleicht hat der Nachbar das grössere Auto, aber dafür sieht er seine Familie fast nie, weil er so viel arbeiten muss oder die Person mit dem perfekten Körper kann die netten Abende mit Freunden nicht mehr geniessen, weil sie sich an einen strengen Ernährungsplan halten soll. Vielleicht war der Strandurlaub in der Karibik sogar langweilig und du würdest sowieso lieber in Schweden wandern gehen.

Versuche dir immer wieder bewusst zu machen, dass das Leben der anderen oft nur perfekt scheint, es aber tatsächlich nicht annähernd ist.

 

Zufrieden sein Tipp 2 – der Einfluss von Körperhaltung und Gesichtsausdruck

In verschiedensten Studien konnte gezeigt werden, dass unsere Körperhaltung und unser Gesichtsausdruck sehr viel dazu beitragen, wie wir uns fühlen. Wenn du lächelst und aufrecht stehst, wirst du dich viel besser fühlen, als wenn du auf deine Füsse schaust und die Stirn runzelst.

Beobachte die Menschen um dich herum, versuche zu sehen, wie sich selbstbewusste und zufrieden scheinende Menschen bewegen. Siehst du Unterschiede zu denen, die eher unzufrieden aussehen. Wie fühlt es sich an, wenn du die Personen imitierst, die zufrieden aussehen? Und die, welche eher unzufrieden scheinen?

Weitere Übungen findest du im gratis e-book “9 Übungen für mehr Zufriedenheit”

 

Zufrieden sein Tipp 3 – Entschleunigung

Dauernd etwas nachzulaufen macht unzufrieden, darüber sind wir uns wohl alle einig. Auch haben wir alle schon oft davon gehört, wir sollen entschleunigen und können trotzdem nichts damit anfangen. Konnte ich auch lange nicht. Doch kleine Auszeiten bringen weit mehr, als sie Aufwand kosten.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, den Alltag etwas zu entschleunigen. Besonders gut tut Bewegung draussen. Dabei brauchst du keine Stunde laufen zu gehen, 10 Minuten spazieren haben schon eine ähnlich positive Wirkung. Grundsätzlich hilft alles beim Entschleunigen, was nicht viel Ablenkung bietet. Alles was elektronische Geräte beinhaltet gilt nicht, ausser vielleicht auf dem e-reader zu lesen.

 

Zufrieden sein Tipp 4 – Unzufriedenheit transformieren

Statt in der Unzufriedenheit zu schwelgen, kannst du sie transformieren. Versuche die Unzufriedenheit als Motivator zu betrachten, der dich weiterbringen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn du mit etwas unzufrieden bist, worauf du tatsächlich Einfluss nehmen kannst.

Überlege, womit du in deinem Leben jetzt unzufrieden bist. Kannst du daran etwas ändern? Wenn nein (zB. schlechtes Wetter), dann vergiss es. Kannst du etwas ändern? Wenn ja, frage dich, ob es Sinn macht, etwas zu ändern und ob du wirklich etwas ändern willst oder nur glaubst, du solltest. Wenn es dir nicht wirklich was bringt, vergiss es. Beispielsweise 5 Kg abnehmen für die Bikinifigur gehört in diese Kategorie.

Hast du etwas gefunden, was du ändern kannst und möchtest. Super. Vielleicht ist deine Wohnung zu klein, zu dunkel oder zu teuer? Nun kannst du die Unzufriedenheit in Motivation transformieren. Dazu verlässt du die passive Rolle und suchst ein erstes Zwischenziel, um die Veränderung in Angriff zu nehmen. Anstatt nun über die aktuelle Wohnungssituation unzufrieden zu sein, nimmst du dir vor, am nächsten Wochenende für eine Stunde zu schauen, wie es mit Wohnungsangeboten in deiner Region aussieht.

Wichtig dabei ist, dass du deine Zufriedenheit nicht an das Erreichen des Zieles knüpfst. Das funktioniert so nicht. Du wirst nie automatisch zufriedener sein, wenn du etwas geschafft hast. Die neue Wohnung alleine wird dich nicht glücklich machen, denn auch dort werden sich Dinge finden lassen, die nicht perfekt sind.

Der Glückszustand bei einer Zielerreichung hält jeweils nur sehr kurzfristig an und wird nichts an der zugrundeliegenden (Un-)Zufriedenheit ändern. Dass du nun endlich mit der Wohnungssuche angefangen hast, ist Grund genug stolz zu sein und dich nicht mehr über die zu dunkle Wohnung zu ärgern.

 

Zufrieden sein Tipp 5 – Kein Jammern mehr

Jammern bringt nichts.

Manchmal gibt es eine erste Erleichterung, wenn man sich bei Freunden über Probleme und Sorgen auslassen kann. Doch abgeladen sind diese dann meist trotzdem nicht. Je öfter du dich mit den Problemen beschäftigst – jammern ist eine Beschäftigung damit – desto präsenter sind diese in deinem Leben.

Befolge diese drei Nicht-Jammer-Regeln, wenn du versucht bist, über etwas zu jammern;

  1. wenn du es nicht ändern kannst (Wetter) – lass es.
  2. wenn du es ändern kannst, aber vielleicht gar nicht wirklich möchtest (Partner) – lass es.
  3. wenn du es ändern kannst und willst (dunkle Wohnung) – jammere nicht, bis du etwas getan hast, um die Situation zu verändern.

Also lass das Jammern, wenn immer möglich.

 

Zufrieden sein Tipp 6 – Schätze die Komfortzone

Wie oft hast du schon gehört, du sollst die Komfortzone verlassen, damit was aus dir wird? Das Leben würde ausserhalb der Komfortzone erst beginnen?

Ich sehe das völlig anders. Die Komfortzone ist eine essenzielle Grundlage für unser Wohlbefinden. Ohne Komfortzone wären wir verloren und müssten uns dauernd neu orientieren.

Höre nicht auf die Komfortzonen-Verteufler. Wenn du etwas in deinem Leben verändern möchtest, dann starte dort, wo du dich wohl fühlst und mache einen kleinen Schritt weiter. Wenn es klappt, dann hast du gerade deine Komfortzone erweitert. In dem Moment, wo du den Schritt machst, zum Beispiel eine fremde Person anzusprechen, fühlst du dich unwohl, weil du nicht in der Komfortzone warst. Wenn du aber jeden Tag jemand Fremden ansprichst, dann fühlst du dich irgendwann wohl damit und hast somit deine Komfortzone erweitert.

Ich kenne introvertierte Personen, die problemlos Reden vor grossem Publikum auf einer Bühne halten. Nicht, weil sie nun plötzlich extrovertiert wären oder gerne die Komfortzone verlassen, sondern weil sie Schritt für Schritt die Komfortzone erweitert haben.

Also ist das Ziel nicht die Komfortzone zu verlassen und dich so viel wie möglich ausserhalb aufzuhalten. Geniesse die Komfortzone, wenn du drin bist und wenn du etwas Neues probieren möchtest, dann arbeite daran die Komfortzone zu erweitern.

 

Zufrieden sein Tipp 7 – Schluss mit dem Optimierungswahn

Du solltest noch schlanker sein, mehr lesen, häufiger Yoga machen, regelmässig meditieren, das leckere Schokoladen-Crunsh Müsli zum Frühstück durch einen Smoothie ersetzen, eine bessere Liebhaberin sein, mehr Zeit mit der Familie verbringen, besser informiert, erfolgreicher und ausgeglichener sein. Warum solltest du? Weil das Umfeld, die Medien, Instagram und deine Yogalehrerin es sagen?

Du schaffst die Morgenroutine mit 37 Punkten nicht, sondern fällst zu spät aus dem Bett, schleppst dich zur Kaffeemaschine und hast für nichts Zeit, bevor du aus dem Haus musst. Na und? Lass 36 Punkte von der Morgenroutine weg, ersetze Punkt 1 mit Kaffee machen und schon hast du deine Morgenroutine geschafft. Gratuliere! Fühlst du dich nicht gleich besser?

Du bist gestresst durch die ganzen Punkte auf der ToDo Liste oder frustriert, weil du nicht alles geschafft hast. Dies schafft eine völlig unnötige Unzufriedenheit, denn eigentlich ist ja gar nichts passiert. Eine zufriedene Partnerin/Mutter/Schwester/beste Freundin/Geschäftspartnerin ist viel mehr wert als die 37-teilige Morgenroutine.

Du musst nicht aus der Menge herausstechen und besser sein als die anderen. Bringt ja keinem was, vor allem dir nicht. Wir sind sowieso alle unterschiedlich und somit bist du etwas Besonderes oder vielleicht noch “viel besonderer”, als wenn du dauernd irgendwelchen Schönheits-, Erfolgreichsein-, Morgenroutine- und Gesund-Ess-Trends versuchst gerecht zu werden.

Das einzige was zählt ist, dass du dich wohl fühlst, dass zu zufrieden bist und hinter deinen Entscheidungen stehen kannst.

Goni Boller ist Biologin und Zufriedenheits-Coach. Seit vielen Jahren befasst sie sich mit den Grundlagen des guten Lebens und wie man Zufriedenheit finden kann.